Pleininger S et al, Euro Surveill. 2022
Im April 2022 ist in Österreich bei einem heterosexuellen Mann nach Kontakt mit einer weiblichen Sexualarbeiterin in Kambodscha ein Gonokokken-Stamm aufgetreten, bei dem die Therapie mit 1g Cephtriaxon plus 1,5g Azithromycin möglicherweise fehlschlug.
Nach Behandlung waren die Symptome gebessert, die PCR war jedoch nach zwei Wochen positiv. Bei Empfindlichkeit gegenüber Penicillin in erhöhter Dosis wurde mit Amoxicillin/Clavulansäure 1 g 2xtgl. für sieben Tage nachbehandelt, danach war die Kultur negativ. Gemäß internationaler Kriterien ist der isolierte Stamm mit diesem Resistenzmuster als Multidrug- and extensively drug-resistant Neisseria gonorrhoeae (XDR) zu definieren. Der Stamm war jedoch empfindlich gegenüber Spectinomycin, „intermediate“ empfindlich gegenüber Benzylpenicillin und zeigte „wild Type“ MHKs (mittlere Hemmkonzentration) gegenüber Gentamicin, Rifampicin, Ertapenem und die neuen Antibiotika Zoliflodacin und Lefamulin. Der Stamm produzierte keine Betalaktamase. Bisher wurde weltweit nur ein Stamm mit Cephtriaxon-Resistenz kombiniert mit High-Level-Azithromycin Resistenz beschrieben, welcher drei Fälle in Großbritannien und Australien verursachte. Es bestand auch hier eine Verbindung zu Südostasien. Die AutorInnen halten fest, dass es besorgniserregend ist, dass hochgradig Azithromycin-resistente Stämme in einer asiatischen N. gonorrhoeae-Genom-Sublinie durch den Erwerb des Mosaiks penA-60.001 eine Ceftriaxon-Resistenz entwickeln können.

