(deutschsprachiges Mycoplasmen-Meeting 10.5.2025)

Ursula Fürnkranz
Pilzambulatorium Schlösselgasse, 1080 Wien

Mycoplasma hominis (MH) und Trichomonas vaginalis (TV) leben im Urogenitaltrakt von Männern und Frauen und können diverse Krankheitsbilder erzeugen. Auf der anderen Seite kann MH auch als Bestandteil der normalen vaginalen Flora nachgewiesen werden (ohne Angabe von Beschwerden) und gilt daher nicht als sexually transmitted disease (STD). STD guidelines haben 2018 das Testen auf MH (und Ureaplasmen) als nicht ratsam erachtet, in England wird das auch nicht mehr routinemäßig gemacht. TV wird als häufig asymptomatisch (>50% in Frauen, >80% in Männern) beschrieben, jedoch fehlen Daten dazu, da die meisten (spärlichen) epidemiologischen Daten für TV von Frauen, STD-Kliniken, oder „high risk persons“ stammen.

MH und TV können eine stabile Symbiose eingehen, die Einfluss auf beide Partner hat. In den letzten Jahren haben wir uns auf den Einfluss die Medikamenten-Empfindlichkeit (TV und MH) betreffend fokussiert, die vom jeweils anderen Symbiose-Partner beeinflusst wird. Des Weiteren haben wir als Virulenzfaktoren beschriebene Gene in MH untersucht, die jedoch in unserem Setting keine Virulenz gezeigt haben. Wir haben epidemiologische Daten für MH und TV erhoben (von Männern und Frauen mit und ohne Beschwerden) und auch den ersten Nachweis für Candidatus Mycoplasma girerdii (einem neuen, potentiellen Symbionten von TV) in Österreich erbracht.

Alles in Allem bleibt der Pathogenitäts-Status von MH immer noch unklar und es ist deutlich geworden, dass mehr epidemiologische Daten nötig sind, um ein klares Bild von TV zu bekommen.